Aufstellung, Gliederung und Ausstattung der Infanterie-Divisionen
5. – 15. Welle

(nur Unterschiede zur Gliederung/Ausstattung der Div. 1. Welle)

                       

5. Welle:             93. – 96., 98. Inf.Div. (5 Divisionen)
Aufstellung: Herbst 1939
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
Die Divisionen waren vorwiegend mit ehemals tschechischen Waffen und Gerät ausgestattet.
- Infanterie:       Anstelle den I.G.-Kompanien der Inf. Rgt. Granatwerferkompanien mit 8 m. GrW, ansonsten keine Granatwerfer bei der Infanterie
                        Pak-Kompanie der Inf.Rgt bespannt
                        Radfahrer- statt Reiter-Züge
- Keine Aufklärungsabteilung, nur 1 Radfahrer-kompanie (9 le. M.G.)
- Pioniere: Alle Einheiten bespannt, Brückengerät T
- Rückw. Dienste: Bespannt waren die Nachschub- und die Bäckerei-Kp.,
                        beide Sanitäts-kompanien.

Das tschechische Gerät wurde bis 1941 gegen deutsches Gerät ausgetauscht, zu diesem Zeitpunkt erhielten die Inf.Rgt auch Granatwerfer und Inf.Gesch.

6. Welle:             81. – 83., 88. Inf.Div (4 Divisionen)
Aufstellung: Spätherbst 1939
Gliederung und Ausstattung wie Divisionen fünfter Welle

Das tschechische Gerät wurde bis 1941 gegen deutsches Gerät ausgetauscht (Ausnahme schwere Artillerie), zu diesem Zeitpunkt erhielten die Inf.Rgt auch Granatwerfer und Inf.Gesch.

7. Welle:             161. – 164., 167. –170., 181., 183., 196. – 198. Inf.Div (13. Divisionen)
Aufstellung: Nov./ Dez. 1939
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Infanterie:             Keine Granatwerfer bei der Infanterie
                        Inf.Gesch.Kompanie der Inf.Rgt nur mit 4 le. I.G., keine s. I.G.
                        teilweise Radfahrer- statt Reiter-Züge
- Aufklärungs- und Panzerabwehrabteilung zusammengefaßt zu einer „Panzerjäger- und Aufklärungs-Abteilung“ mit 1 Radfahrschwadron und 1 Panzerjägerkompanie.
- Artillerie-Rgt: nur 3 leichte Abteilungen mit je 2 Batterien (z.T. mit veralteten Geschützen)
- Pioniere: Alle Einheiten bespannt, kein Brückengerät
- Rückw. Dienste: Bespannt waren die Nachschub-,  Bäckerei- und Sanitäts-kompanien.
                        Kein Feldlazarett, keine Nachschubkolonne Betriebsstoff.

8. Welle:             290. – 299. Inf.Div. (10 Divisionen)
Aufstellung: Januar / Februar 1940
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Infanterie:             Inf.Gesch.Kompanie der Inf.Rgt nur mit 4 – 6 le. I.G., keine s. I.G.
                        Radfahrer- statt Reiter-Züge
- Pioniere: Alle Einheiten bespannt, kein Brückengerät
- Rückw. Dienste: Bespannt waren die Nachschub-,  Bäckerei- und Sanitäts-kompanien.

Bodenständige Divisionen:             554. – 557. (4 Divisionen)
Keiner Aufstellungswelle zugeteilt.
Diese Divisionen waren als Stellungsdivisionen am Oberrhein aus den zur Führung von Landesschützen-Einheiten aufgestellten Div.Stäben z.b.V. 426, 427, 441, 443 gebildet worden.
Aufstellung: Februar 1940
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Infanterie: Bewaffnung lediglich mit Maschinengewehren, pro Schützenkompanie 6. le. Und 12 s. MG, keine schweren Waffen im Infanterie-Regiment, keine Regimentseinheiten.
- Artillerie-Regiment mit 2 leichten und 1 schweren Abteilung (je 3 Battr.), keine Zugmittel, d.h. ortsfest unbeweglich. Ausstattung mit polnischen Beutegeschützen
- 1 Nachrichtenkompanie (teilmot.)
- Rückwärtige Dienste in geringer Anzahl,
- sonst keine Divisionseinheiten.

Diese 4 Divisionen wurden nach dem Frankreichfeldzug im August 1940 aufgelöst, aus den Infanterie-Teilen entstanden Landesschützen-Bataillone.

 

9. Welle:             351., 358., 365., 372., 379., 386., 393, 395., 399. Inf.Div. (9 Divisionen)
Aufstellung als Landesschützendivisionen aus Mannschaften älterer Jahrgänge für Sicherungszwecke.
Aufstellung: März/April 1940
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Ausstattung mit Beutegerät geplant
- keine Granatwerfer
- nur 1 Artillerieabteilung
- nur 1 Nachrichtenkompanie
- Rückwärtige Dienste in bescheidenen Umfang.

Die Aufstellung der Divisionen wurde nach dem Frankreichfeldzug abgebrochen. Die vorhandenen Einheiten wurden in Wach- und Landesschützenbataillone umgewandelt, die Divisionsstäbe dienten teilweise zur Aufstellung von Oberfeldkommandanturen.

10. Welle:             vorgesehene Nummern 270. – 273., 276. – 280. (9 Divisionen)
Die Aufstellung dieser Divisionen war im Mai 1940 aus vorhandenen Ersatztruppenteilen befohlen worden. Sie wurde nach Ende des Frankreichfeldzuges nicht mehr durchgeführt, die Divisionsnummern wurden teilweise später im Kriegsverlauf neu vergeben.

11. Welle:             121. – 123., 125., 126., 129., 131., 132, 134., 137. Inf.Div. (10 Divisionen)
Aufstellung: November 1940
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Ausstattung mit französischen und anderen Beute-Kfz.
- Aufklärungsabteilung: in schwerer Schwadron anstelle des PzSpähzugs ein Pi-Zug (mot.)
- Pak-Kompanie bei Inf.Rgt: 9 x 3,7 cm Pak, 2 x 5 cm Pak
- Pak-Kompanie bei PzAbw.Abt: 8 x Pak 3, 7 cm, 3 x Pak 4,7 cm (t)

12. Welle:             102., 106., 110. –113. Inf.Div. (6 Divisionen)
Aufstellung: November/Dezember 1940
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Ausstattung mit französischen und anderen Beute-Kfz.
- Infanterie-Rgt: Radfahrer statt Reiterzug
- PzAbw.Abt: teilweise schwere Panzerbüchsen statt Pak
- Pionier-Bataillon: alle Teile bespannt
- Feldersatz-Bataillon fehlt.

Im Rahmen der 12. Welle wurden auch die 4 leichten Infanteriedivisionen (97., 99. – 101. leichte Inf.Div.) aufgestellt, obwohl diese Divisionen für den Einsatz im schwierigen Gelände (Mittelgebirge) vorgesehen waren und dazu eine völlig andere, an die Gebirgsdivision angenäherte Gliederung aufwiesen,:

Divisionskommando mit Kartenstelle, Kradzug
2 Infanterie-Regimenter
            Stab, Nachrichtenzug, Radfahrzug
            3 Bataillone mit  
                        Stab, Nachrichtenzug
                        3 Kompanien (12 le. M.G., 3 leGrw)
                        1 Kompanie (6 m.GrW., 2 le. Inf.Gesch)
                        1 Kompanie (8 s.M.G., Pionierzug)
            Pak-Kompanie (mot.) (12 x Pak 3,7 cm)
Aufklärungs-Abteilung
            Stab, Nachrichtenzug
            2 Radfahrschwadronen (teilweise 1 Radfahr- und 1 Reiterschwadron)
            1 Pakzug (mot.)
Panzerjäger-Abteilung
            Stab, Nachrichtenzug
            2 Pak-Kompanien (mot.) (zusammen 20 x Pak 3,7 cm, 4 schwere Panzerbüchsen)
Artillerie-Regiment
            Stab, Nachrichtenzug, Wettertrupp, Druckereitrupp
            2 leichte Abteilungen mit je 2 Batterien (bespannt)
            1 leichte Abteilung mit 3 Batterien (bespannt)
            1 schwere Abteilung mit 2 Batterien (mot.)
Pionier-Bataillon
            Stab, Nachrichtenzug
            3 Pionierkompanien (2 bespannt, 1 auf Fahrrad)
            1 Brückenkolonne B
Nachrichten-Abteilung
            1 Funk-Kp (mot)
            1 Fernsprech-Kp (teilmot.)
Feldersatz-Btl
Rückwärtige Dienste etwa wie bei Inf.Div. 1. Welle

Ausstattung der leichten Inf.Div. mit Beutekfz. Pak durch Kettenschlepper gezogen. Die 99. leichte Inf.Div. wurde im Oktober 1941 in die 7. Gebirgsdivision umgewandelt, die anderen drei Divisionen wurden am 28.6.1942 in „Jägerdivisionen“ umbenannt.

13. Welle:             302., 304. – 306., 319. – 321., 323, 327. Inf.Div. (9 Divisionen)
Diese Divisionen waren als bodenständige Besatzungsdivisionen für Frankreich vorgesehen
Aufstellung: Dezember 1940 / Januar 1941.
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Ausstattung mit französischen und anderen Beute-Kfz.,
- Bewaffnung teilweise mit Beutewaffen
- Infanterie-Rgt: nur wenige le. GrW., keine m. GrW., Radfahrer statt Reiterzug,
                        keine Inf.Gesch.Kp., nur 1 Pak-zug mit 3 Pak statt der Pak-Kp.
- keineAufklärungs-Abt.
- Panzerjäger-Abt.: 1 Pak-Kp (12 x Pak 3,7 cm), 1 Radfahrschwadron
- Artillerie-Regiment: 3 leichte Abteilungen mit je 2 Batterien tschechischer Geschütze,
                                    keine schwere Abteilung.
- Pionierbataillon: alle Teile bespannt, kein Brückengerät
- nur 1 Nachrichtenkompanie
- Versorgungsteile gekürzt

Die Divisionen 13. Welle wurden teilweise 1942 für den Einsatz im Osten zu vollwertigen Divisionen umgegliedert.

14. Welle:             332., 333., 335. – 337., 339., 340., 342. Inf.Div. (8 Divisionen)
Diese Divisionen waren als bodenständige Besatzungsdivisionen für Frankreich vorgesehen
Aufstellung: Dezember 1940.
Abweichung in Gliederung und Ausstattung:
- Wie Divisionen 13. Welle
- Ausstattung mit französischen und anderen Beute-Kfz., Artillerie mit älteren deutschen Geschützen

Auch die Divisionen 14. Welle wurden teilweise 1942 für den Einsatz im Osten zu vollwertigen Divisionen umgegliedert.

15. Welle             702., 704., 707. – 719. Inf.Div. (15 Divisionen)
Die Divisionen 15. Welle waren als bodenständige Besatzungsdivisionen mit nur zwei Regimentern und einer Artillerie-Abteilung für Frankreich, Norwegen und den Balkan vorgesehen, einige wurden später in Rußland eingesetzt.
Aufstellung: April 1941
Ausstattung mit Beute-Kfz und größtenteils mit Beutewaffen.

Gliederung:
Divisionskommando mit Kradmeldezug
2 Infanterieregimenter
            Stab, Nachrichtenzug
            3 Bataillone mit je
                        4 Kompanien (12 le.M.G., 1 le. GrW, 3 Lafetten für s.M.G.)
Artillerie-Abteilung mit 3 leichten Batterien          
Pionier-Kompanie
Nachrichten-Kompanie
Geringe Versorgungsteile.